Mittwoch, 12. Juli 2006

Zerbröselnde Heckscheiben und schlechte Omen

Dank einer Valtl-Anekdote über einen, nun ich möchte fast sagen, grausamen Tag, ist mir auch eine nette Erinnerung zu meinem ersten Auto eingefallen.

Ein roter Fiat Uno (Baujahr 1993) mit tödlichen 50 PS und einem Kampfgewicht von nicht einmal tausend kilo. Ein Mördergeschoß, sozusagen.

Ungefähr drei Monate nachdem ich den Wagen gebraucht gekauft (für ganze 700.- Euro) hatte (und zwar kurz vor Weihnachten, was den entscheidenden Vorteil hatte, dass ich die Anmeldemöglichkeit um ca. 30 Minuten verpasste und ihn erst im folgenden Jahr anmelden konnte), spürte ich einen seltsamen Widerstand beim Schalten.
Ich wollte gerade nach Hause fahren (vom MediaMarkt in St.Veit), als ich dieses merkwürdige Phänomen entdeckte. Mit etwas Geduld und ein bischen Gewalt bekam ich den ersten und später auch den zweiten Gang hinein und reihte mich in die linke Wienzeile, Richtung Stadtmitte, ein. Ich kam im dort üblichen Stop-And-Go-Verkehr nur schleppend voran und bemerkte beim erneuten Anfahren, dass ich den zweiten Gang nicht mehr reinbekam. Zudem Zeitpunkt befand ich mich kurz nach einer Kreuzung auf der linken Spur. Eine denkbar ungünstige Position um stehen zu bleiben, zumal die meisten Verkehrsteilnehmer bereits ziemlich aggressiv waren.
Mit Müh' und Not bekam ich am Ende immerhin noch den ersten Gang rein und kämpfte mich (mit Warnblinkanlage) ca. 300 Meter weiter rechts in die Domgasse. Dort wartete ich ungefähr eine Stunde auf einen Bekannten (im Winter, im Schnee, in der Kälte), der mich dann in die nächste Werkstatt abschleppte.

Fazit: ~350 Euro für eine neue Kupplung (die Kupplungsglocke im Motorblock selbst war gerissen).

Am Ende des selben Jahres (wieder im Winter, wie könnte es anders sein), wollte ich nach einem Studentenfestival in der TU (ich hatte natürlich nichts alkoholisches Getrunken), einen Freund und dessen Bekannten nach Hause fahren. Abgesehen von der etwas zu kleinen Parklücke (als ob man im Winter irgendwo im ersten Bezirk Parkplätze finden würde), in die ich mich bravourös hineingezwängt hatte, gab es keine Besonderheiten an diesem Tag. Mein Freund half mir durch gezieltes Winken aus der mittlerweile noch kleiner gewordenen Parklücke heraus und stieg danach ebenfalls ein.
Soweit so gut. Nur das dezente Klirren, als er die Beifahrertür von innen zumachte, ließ mich stutzig werden. Es klang, als ob zwei Flaschen aneindergestoßen wären. Daher auch meine erste Frage, ob denn sein Bekannter Flaschen im Ruchsack hätte. Dieser ebenfalls sichtlich überrascht beneinte dies und hatte keine Ahnung, woher das Geräusch gekommen war.
Genau von hinter ihm! Meine Hechscheibe hatte es spontan zerbröselt. Woher dieser plötzliche rituelle Selbsmord kam, ist mir bis heute ein Rätsel, ich habe sie (die Scheibe) immer gut behandelt.
Ich ließ also die beiden bei der nächsten Gelegenheit aussteigen und fuhr wütend nach Hause. Habe ich erwähnt, dass es bereits wieder Winter war und selbstverständlich auch gerade schneite?
Zuhause angekommen, sperrte ich mit einem leicht genervten Lächeln den Wagen ab und fuhr dann mit den Öffis ins Lokal in dem meine Freunde warteten.

Fazit: neue Heckscheibe (Nachbau) ~200 Euro

Im darauffolgenden Jahr (diesmal im Sommer) fingen meine Vorderbremsen an zu quietschen. Am Anfang noch eher dezent, bei niedrigen Geschwindigkeiten, später dann immer lauter, bei jedweder Geschwindigkeit.
Als der Geräuschpegel nicht einmal mehr mit geschlossenem Fenster auszuhalten war, kontaktierte ich einen Mechaniker.

Diagnose: Die Bremszylinder im Bremssattel (bei Scheibenbremsen) glitten nicht mehr weit genug zurück, sodass der Wagen immer ein bischen bremste.

Fazit: Neue Bremssattel und Bremsflüssigkeit für ~200 Euro (und das war noch günstig, da der Mechaniker ein Bekannter war und nichts für die Arbeitszeit selbst verrechnete).

Abgesehen von diesen kleinen "Wehwehchen", trauere ich dem Wagen allerdings schon hinterher. Er bestand nur aus Mechanik und fuhr so gut wie immer. Auch beim Starten gab es (selbst im Winter) keine Probleme.
Keine Elektronik- und/oder Sensormessfehler, wie es heute Gang und Gebe ist.

So long, Zyni42

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